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Taktverdichtung X660: bei aller Freude etwas zu viel Euphorie

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Der durchgängige 20-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten auf der Expressbuslinie X660 ist zweifellos eine sinnvolle Verbesserung. Doch angesichts der angespannten Haushaltslage des Landkreises und der sehr begrenzten Kostenbeteiligung der TUM können wir die uneingeschränkte Euphorie mancher Kolleginnen und Kollegen im Kreistag nicht teilen.

Besonders kritisch: Bis zur Einführung des X660 betrieb die TUM für ihre Studierenden einen eigenen Shuttlebus zwischen Weihenstephan und Garching – mutmaßlich deutlich teurer als die nun angebotene Beteiligung von 40.000 Euro jährlich. Mit Einführung des X660 stellte die Universität dieses Angebot ein – eine angemessene Kostenbeteiligung blieb jedoch aus. Dass sich die TUM nun mit einem symbolischen Beitrag von lediglich 40.000 Euro beteiligt, darf man zurecht als einseitig vorteilhaft bezeichnen – für die Universität.

Die optimistische Einschätzung von Landrat Petz, die Linie könne künftig sogar Gewinn erwirtschaften, mag wünschenswert sein – sie ist aber derzeit nicht belastbar und basiert eher auf Bauchgefühl als auf einer soliden Datengrundlage.

Bereits der Status quo der Linie kostet den Landkreis rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Mit den nun beschlossenen drei zusätzlichen Taktverdichtern am Morgen und am Nachmittag entstehen laut Prognose der Verwaltung weitere 88.000 Euro jährlich. Bei einem Kostendeckungsgrad von 60 % verbleibt ein jährliches Defizit von rund 568.000 Euro – wovon nur 40.000 Euro von der TUM getragen würden. Das entspricht einem Anteil von lediglich 7 %, während der Landkreis mit 93 % (528.000 Euro) einsteht.

Zur Erinnerung: Im März stellte der Landrat im Planungsausschuss – auf Grundlage vorheriger Gespräche mit der TUM – noch eine Kostenbeteiligung von 20 % in Aussicht. Schon das hielten wir für nicht ausreichend, zumal die TUM selbst den 20-Minuten-Takt ausdrücklich wünscht. Die nun angebotene Beteiligung liegt sogar deutlich darunter.

Wir unterstützen die Taktverdichtung grundsätzlich – sowohl aus verkehrlicher als auch aus persönlicher Sicht. Doch bei aller Freude über das verbesserte Angebot gilt für uns ebenso klar: Die Beteiligung der TUM ist in Relation zur tatsächlichen Belastung des Landkreises nicht angemessen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Studierende und Mitarbeitende der Universität zu den Hauptnutzern der Linie zählen und die TUM sich den eigenen Shuttle spart, hätten wir mehr Verantwortung und eine faire Kostenbeteiligung erwartet.

Was hier als Erfolg verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein gutes Geschäft für die TUM – aber kein fairer Deal für den Landkreis.

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