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FDP Oberbayern legt als erste Partei ein Gesamtkonzept für moderne Mobilität vor

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Viele konkrete Maßnahmen für den Landkreis Freising enthalten

Am Wochenende hat die FDP Oberbayern auf ihrem Bezirksparteitag in Großmehring ein zwölfseitiges Verkehrskonzept beschlossen und damit als erste Partei der Region ein geschlossenes Zukunftsbild für Mobilität in Stadt und Land vorgelegt. Als Freisinger Kreisrat und Initiator des Antrags war es mir wichtig, die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen in Oberbayern zusammenzuführen und daraus ein stimmiges, praxistaugliches Gesamtbild zu entwickeln.

Mobilität aus der Lebensrealität heraus denken

Was mich seit Jahren umtreibt: Wir alle wollen eine funktionierende Mobilität, aber gleichzeitig erleben wir, wie Infrastrukturprojekte – egal ob Straße oder Schiene – an Widerständen vor Ort scheitern, sich verzögern und am Ende teurer werden. Mit dem neuen Konzept setzen wir ein Zeichen gegen Kirchturmdenken. Wir wägen regionale und überregionale Interessen fair ab und sprechen uns für klare Entscheidungen aus, damit Projekte schneller Realität werden.

Fernbahnhof am Flughafen: Belastungen minimieren, Chancen nutzen

Ein zentraler Punkt ist unsere Unterstützung für den Fernbahnhof am Flughafen in Verbindung mit einer neuen Schnellfahrstrecke München–Ingolstadt. Wer Mobilität ernsthaft klimafreundlicher machen will, kommt an diesem Projekt nicht vorbei. Wenn Zubringerflüge künftig durch ICE-Verbindungen ersetzt werden, reduziert das Kurzstreckenflüge, Lärm und Emissionen.

Natürlich bringt eine Neubaustrecke auch Einschnitte. Aber sie eröffnet Chancen – gerade für den westlichen Landkreis Freising. Ein möglicher Regionalbahnhof im Bereich Allershausen könnte eine völlig neue Achse zwischen München und Ingolstadt schaffen. Mein Ansatz ist klar: Projekte nicht reflexhaft ablehnen, sondern frühzeitig so gestalten, dass sie Menschen vor Ort einen echten Mehrwert bringen – mit optimaler Bündelung bestehender Infrastruktur, bestmöglichem Lärmschutz und einem realen Nutzen für Pendler.

Attraktiver, landkreisübergreifender ÖPNV

Wichtig ist aber nicht nur der große Wurf, sondern ebenso, was kurzfristig machbar ist. Deshalb setzen wir uns für eine Erweiterung des MVV auf umliegende Landkreise ein – etwa Richtung Norden in den Landkreis Pfaffenhofen – damit abgestimmte Takte und durchgehende Verbindungen entstehen. Pendeln muss einfacher werden.

Gleiches gilt für das Tarifsystem. Die heutigen Ringe und Zonen sind nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen ein entfernungsbasiertes Modell: Ein- und Auschecken per App, Kreditkarte oder Chip – und abgerechnet wird, was man tatsächlich fährt.

Dazu kommen bayernweite Expressbuslinien, zum Beispiel entlang der A9 zwischen München und Ingolstadt mit Halten in Eching und Allershausen. So schaffen wir leistungsfähigen ÖPNV auch dort, wo die Schiene nicht hinkommt.

Neue Chancen für die U6-Verlängerung

Ein Dauerbrenner im Landkreis ist die U6-Verlängerung nach Neufahrn. Sie scheitert bislang an der veralteten standardisierten Bewertung aus den 80er-Jahren. Wir schlagen ein modernes Modell vor, das städtebauliche, soziale und gesamtwirtschaftliche Effekte realistisch berücksichtigt. Mit solch zeitgemäßen Kriterien hätte die U6-Verlängerung endlich echte Chancen.

Konkrete Verbesserungen für den Alltag

Der Zukunftsplan enthält viele weitere Maßnahmen, die spürbare Verbesserungen bringen:

  • Ausbau wichtiger Regionalachsen durch Zweigleisigkeit und Elektrifizierung
  • bessere Ring- und Expressverbindungen zur Entlastung des Netzes
  • sauberere, hellere Bahnhöfe mit verlässlichen Echtzeitinfos und stärkerer Sicherheitspräsenz
  • mehr kostenfreie P+R-Parkplätze an den Außenästen von U- und S-Bahn – mit E-Ladesäulen
  • intelligentes Baustellenmanagement, KI-gesteuerte Ampeln und leistungsfähigere Knotenpunkte zur Verringerung von Staus

Große Mobilitätsumfrage als Grundlage

Der gesamte Antrag basiert auf einer breit angelegten Mobilitätsumfrage, an der sich Menschen aus ganz Oberbayern beteiligt haben. Hunderte Rückmeldungen wurden KI-gestützt ausgewertet. Dadurch entstand ein präzises Bild darüber, was Pendler, Familien, Studierende, Seniorinnen und Senioren wirklich brauchen – in der Metropolregion ebenso wie im ländlichen Raum.

Genau dieser Ausgleich unterschiedlicher Interessen macht das Konzept stark. Es zeigt, dass Mobilitätspolitik funktionieren kann, wenn man sie aus der Perspektive der Menschen denkt, die sie täglich erleben.

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